Fotograf*innen

Bernd Hartung

Reportage

AMUSH,
CHANGAA BOY

Reportage 

Amush, Changaa boy
Um den destillierten Schnaps zu kühlen, werden die Schläuche durch den Fluss geleitet. Durch die allgegenwärtige Verschmutzung ist von dem Gewässer nicht mehr viel übrig.

”Amush, Changaa boy” — Illegale Schnapsbrennerei in Mathare Valley,  Nairobi, Kenia 

In einem der größeten Slums Nairobis, brauen Männer hochprozentigen Schnaps. Man nennt sie Changaa Boys. Es ist illegal, aber für jeden sichtbar. Die Polizei wird bezahlt, Marktfrauen bekommen glühende Holzkohle um ihren Grill am Straßenrand zu betreiben. Deren Ehemänner betrinken sich derweilen.

Amush ist einer der Changaa Boys. Er muß eine Frau und drei Kinder ernähren. Während der letzten Wahlen, wurde seine Hütte niedergebrannt. Die Nachbarn halfen mit dem Nötigsten, um wieder ein Dach über dem Kopf zu haben. 

Amush, Changaa boy
Der ganze Platz ist bedeckt mit einer Mischung aus Asche und klebriger Maische.
Amush, Changaa boy
Amush zieht einen Schlauch vom Fluss zur Brennerei.
Die Schapsbrennerei
Die Schapsbrennerei besteht aus Fässern unter denen Feuer brennt. Neben Holz werden auch Plastikreste wie alte Schuhe verbrannt.
Amush mit einer Marktfrau
Eine Marktfrau holt sich eine Schaufel voll glühender Holzkohle, die sie für ihren Grill am Marktstand braucht.
Kleine Brennereien
Eine kleine Brennerei nach der anderen reiht sich entlang des Flusses durch den Slum. Nairobi, Kenia, 2018
Brauer bei der Arbeit
Ein anderer Brauer arbeitet mit nur zwei Fässern alleine. Aber alle müssen dem unsichtbaren Big Boss etwas vom Gewinn abgeben.
Amush mit seinen Kindern
Seine drei Kinder warten schon auf Amush. So früh wie heute kommt er selten nach Hause. Sonst arbeitet er oft 12 Stunden Schichten oder länger.
Ein Raum für die ganze Familie
Ein Raum für die ganze Familie. Tagsüber werden die Schaumstoffmatratzen beiseite geräumt, weil sonst kein Platz ist.
Amush mit seiner Frau und Tochter
Amush, seine Frau und ihre Tochter vor ihrer neuen Hütte. Trotz allem sind sie stolz wieder ein zu Hause zu haben.
Amush mit seinen Kindern
Amush mit Frau und Tochter nach einem kurzen Ausflug in der Nachbarschaft.
Amush auf seinem alten Grundstück
Amush steht an dem Platz, wo früher ihr zu Hause war. Die Randalierer kamen ohne Vorwarnung und trieben seine Frau und die Kinder aus dem Haus, bevor sie die Hütte bis auf den Grund niederbrannten. Sie konnten nichts retten außer ihrem Leben. Zur selben Zeit hatte Amush gearbeitet und hat erst später erfahren, was passierte.
Kleine Brennerei am Fluss
Eine Brennerei nach der anderen reihen sich am Fluss des Tales lang.

Weitere Portfolios

Bernd Hartung arbeitet seit über 25 Jahren als freischaffender Fotograf. Seit 2009 lebt er in Frankfurt am Main und realisiert Auftrage für Verlage, Firmen und Museen weltweit. Dazu lehrt er seit 2013 an der Bauhaus Universität in Weimar.

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