Roman Bezjak

Bielefeld

”Drei Witwen
Gebäude-Ensemble ”Drei Witwen” in Belgrad, Serbien, 2005
Nationalgalerie
Nationalgalerie in Bratislava, Slowakai, 2007
Opernhaus
Opernhaus in Charkiw, Ukraine, 2008
Verlagshaus Oslobodenie
Verlagshaus Oslobodenie in Sarajevo, Bosnien und Herzegovina, 2008
Ehemaliges Verteidigungsministerium
Ehemaliges Verteidigungsministerium in Belgrad, Serbien, 2005
Kaufhaus
Kaufhaus in der Einkaufsstraße im Zentrum von Minsk, Belarus, 2008
Postgebäude
Haupzpostgebäude in Skopje, Nordmazedonien, 2009
Wohnsiedlung
Wohnsiedlung in einem Vorort von St. Petersburg, Russland, 2009
Wohnsiedlung ”Falowiec”
Plattenbau-Reihe ”Falowiec” in Gdansk, Polen, 2007
Neuer Arbat
Der neue Arbat in Moskau, Moskau, Russland, 2008
Kaufhaus
Kaufhaus in Dnipropetrowsk, Ukraine, 2009
Hotel Cosmos
Wahlplakate vor dem Hotel Cosmos, in Chișinău, Republik Moldau, 2016
Kaufhaus
Kaufhaus in Zentrum von Nis, Serbien, 2005
Ehemaliges Verkehrsministerium
Ehemaliges Verkehrsministerium in Tiflis, Georgien, 2010
Ehemaliges Gewerkschaftshaus
Ehemaliges Gewerkschaftshaus Istropolis in Bratislava, Slowakai, 2006

EDITORIAL,
DOKUMENTATION

Sozialistische Moderne — Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs entdeckten nach und nach auch immer mehr Bauhistoriker, Fotografen und Künstler die architektonisch-ästhetischen Qualitäten der sozialistischen Moderne („Ostmoderne“). 

Der Fotograf Roman Bezjak ist bereits ab 2005 – zu einem Zeitpunkt, als dieses bauliche Erbe in breiten Kreisen der Öffentlichkeit kaum beachtet wurde – immer wieder mit einem unvoreingenommenen Blick in Ost- und Südosteuropa sowie der ehemaligen DDR herumgereist, um von Dresden bis Dnipropetrovsk und von Tallin bis Tirana viele der interessanteren Bauten und stadträumlichen Strukturen dieser Ära mit der Großbildkamera zu dokumentieren.

Sein Interesse galt vor allem den öffentlichen Gebäuden, Kulturpalästen und Hotels, aber auch den zahlreichen Wohnanlagen. Der daraus entstandene Foto-Bildband »Sozialistische Moderne« (Hatje Cantz, 2011) wurde mit dem internationalen DAM Architectural Book Award 2011 ausgezeichnet.

Text: Tanja Scheffler aus Architektur im Grenzgang

EDITORIAL,
DOKUMENTATION

Pjöngjang — Die nordkoreanische Hauptstadt war nach dem Koreakrieg nahezu vollständig zerstört und bot Architekten und Stadtplanern die Möglichkeit, eine Musterstadt der sozialistischen Bauweise zu errichten. 

Die internationale Isolation der Demokratischen Volksrepublik Korea führte seit den 1980er Jahren zu einer Stagnation und damit zu einer Konservierung der sozialistischen Baukultur. Eine Reise nach Pjöngjang versetzt den Besucher in eine längst vergangene Zeit. Erst in den letzten Jahren setzte ein, an asiatischer Metropolen orientier Bauboom ein, der bislang das Stadtbild der Nachkriegsmoderne  Pjöngjangs nicht verändert hat.

Nordkorea ist das letzte Land, in dem sich ein Personenkult von stalinistischem Ausmaß beobachten lässt. Der bis heute ungebrochene Personenkult um Staatsgründer Kim-Il-sung und dessen Nachkommen prägt durch Großplastiken, Reliefs, Museen und Kultstätten das Stadtbild.

Triumphbogen Kaesŏnmun
Der Triumphbogen Kaesŏnmun befindet sich am Fuße des Moran-Hügels vor dem Kim-Il-sung-Stadion an der Chilsongmun-Straße im Stadtbezirk Moranbong-guyŏk. Er ist dem Triumphbogen in Paris nachempfunden, jedoch drei Meter höher und damit der höchste Triumphbogen der Welt. Das Monument dient dem Gedenken an die Rückkehr von Kim Il-sung aus dem sogenannten Vaterländischen Befreiungskrieg. Erbaut 1982. Pjöngjang, 2012
Großmonument Mansudae
Das Großmonument Mansudae gilt als eine der bedeutendsten Stätten um den Personenkult des „Großen Führers“ und „Ewigen Präsidenten“ Kim Il-sung und des „Ewigen Generalsekretärs“ und „Ewigen Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungskomitees“ Kim Jong-il. Pjöngjang, 2012
Monument zur Gründung der Partei der Arbeit Koreas
Monument zur Gründung der Partei der Arbeit Koreas im Jahre 1945. Das Monument an der Munsu-Straße im Stadtbezirk Taedonggang-guyŏk bildet das von dem ehemaligen Machthaber Kim Il-sung entworfene Partei-Emblem nach. Der Hammer steht für die Arbeiterklasse, die Sichel für die Bauern und der Pinsel für die Intellektuellen. Pjöngjang, 2012
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Changgwang-Straße
Wohngebäude an der Changgwang-Straße im Zentrum Pjöngjangs, 2012
Schulgebäude und Wohnhaus
Schulgebäude mit Wohnhaus im Hintergrund. Pjöngjang, 2012
Hotel
Hotel an der Chollima-Straße gegebüber der Eussporthalle. Pjöngjang, 2012
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Ehrentribüne der Eissporthalle
Ehrentribüne in der Eissporthalle. Sie wurde an der Chollima-Straße errichtet und im April 1982 offiziell eröffnet. Pjöngjang, 2012
Gedenkstelle und Kulturhaus 25. April
Die Gedenkstelle am Beginn der Allee zum Kumsusan Palast wird von Staub befreit. Im Hintergrund das Kulturhaus 25. April. Pjöngjang, 2012
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Parkplatz des Messegeländes
Hockeyspieler auf dem Parkplatz des Messegeländes. Pjöngjang, 2012
Kwangbok-Straße
Kwangbok-Straße, Wohngebäude in der Vorstadt. Pjöngjang, 2012

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Roman Bezjak wurde 1962 in Ptuj Slowenien/Jugoslawien geboren. Er studierte von 1985 bis 1989 Fotografie an der Fachhochschule Dortmund. Von 1989 bis 1999 erarbeitete er weltweit Foto-Essays für das Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und andere deutsche Printmedien. 1996 gewann er den Deutschen Photopreis. Zwischen 2005 und 2011 entstand die Arbeit »Archäologie einer Zeit, Bilder zur sozialistischen Nachkriegsmoderne«. Ab 2011 präsentierte Roman Bezjak seine Arbeiten in zahlreichen Einzelausstellungen, unter anderem am Sprengel Museum, Hannover und am GoEun Museum of Photography, Busan, Südkorea. Er beteiligte sich an Ausstellungen an der Pinakothek der Moderne, München, am Architekturzentrum Wien, in den Deichtorhallen Hamburg und der Robert Morat Galerie in Hamburg. Seine Arbeiten veröffentlichte er in Fotobüchern: »Archäologie einer Zeit – Sozialistische Moderne« erschien 2011 im Verlag Hatje Cantz. Es folgten weitere Arbeiten zur Sozialistischen Stadtlanschaft in Pjöngjang (2012) und Taschkent (2017-2019) und deren Revision und Überformung in Skopje (2019). Seit 2000 ist er Professor für Fotografie, und ab 2012 Dekan des Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Bielefeld.

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