16.11.2020    Text — Manuel Stark    Fotos — Enno Kapitza

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Enno Kapitza 

Der deutsch-japanische Fotograf Enno Kapitza arbeitet seit über zwanzig Jahren als freier Fotograf. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Porträt-, Reportage-, Reise mit Focus auf Food-und Outdoorfotografie. Enno arbeitet in Deutschland, Japan und weltweit für Magazine, Corporate Publishing, Buchprojekte und Ausstellungen.

Arbeiten — Corporate Publishing

”Die Leute stehen extrem unter Druck!” — Drei Fragen hinter der Geschichte an Focus-Fotograf Enno Kapitza.

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Das Magazin „zwei“, herausgegeben von Pfizer Deutschland, folgte in seiner aktuellen Ausgabe einer besonderen Idee: 24 Doppelseiten über Menschen im Gesundheitswesen, fotografiert aus der Hand eines einzigen ausgewählten Fotografen.

Magazin "zwei" von Pfizer Deutschland fotografiert und geblättert von Enno Kapiza

Focus-Fotograf Enno Kapitza stellte sich der Herausforderung, jeweils nur ein Bild zu haben, für eine ganze Geschichte. Entstanden sind zugewandte Reportage-Aufnahmen, die Einblick geben in eine Welt, die auch bei unserem Fotografen Eindruck hinterlassen hat.

Drei Fragen hinter der Geschichte

Was hast du aus deiner Recherche gelernt?
Ich war beeindruckt, wie professionell, verlässlich und ruhig die Menschen im Gesundheitswesen arbeiten – inmitten der Krisensituation einer globalen Pandemie. Ärzt*innen und Pfleger*innen nehmen sich Zeit für die Menschen, da wird weder gehudelt, noch auf Schnell Schnell gesetzt.

Du warst mitten im Projekt, da kam Corona.
Ja, es war gerade so Halbzeit, als plötzlich nichts mehr ging. Wegen der Krise konnte man nicht mehr so nah an die Menschen und überhaupt waren viele Einrichtungen Tabu. Natürlich waren und sind diese Maßnahmen wichtig und richtig. Das war das schon ein Moment, wo ich gedacht habe: Das Projekt ist gestrandet, das geht jetzt nicht weiter.

Eine neue Perspektive hat geholfen: Ich wurde für eine Coronadokumentation in der Frauenklinik München beauftragt. Dadurch habe ich bemerkt, dass es wieder möglich ist, als Fotograf in solche Einrichtungen zu gehen. Die Redaktion des Magazins und ich haben noch einmal miteinander gesprochen und dann gemeinsam entschieden: Wir gehen das wieder an, mit den seit langem geplanten Protagonisten. Nur eben jetzt unter Corona-Bedingungen und im Kontext der Pandemie.

Welche Begegnung während des Projekts hat dich besonders berührt?
Intensive Momente gab es viele. Aber es gab eine Situation in Berlin, bei einer ambulanten Versorgungsstelle für Obdachlose. Da ist ein junger Mann, vielleicht 19 Jahre alt, eingeschlafen, mit einer glimmenden Kippe in der Hand. Ich habe gesehen, wie sie auf seinen Körper gefallen ist und wollte hin, um sie wegzunehmen, damit er sich nicht verbrennt. Ich wollte helfen, aber er hat das als Übergriffig empfunden. Mein Sohn ist selbst 19 und in diesem Moment war mir sehr nah bewusst, wie anders ein Leben verlaufen kann. Genau in dem Moment ist der Mann aufgewacht, war sauer und hat mich beschimpft. Habe ich da als Fotograf eine Grenze überschritten? Eine klare Antwort darauf fehlt mir noch immer.

Pfizer Magazin ”Zwei” — Gesundheitswesen
Ein Heft über Menschen in einem besonderen Frühjahr.
Download (PDF 4,63 MB)

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